Scherben zum Glück

Ein Hochzeitgeschenk für Kaisertochter Victoria Luise und Herzog Ernst August
21.9.2024 bis 27.4.2025

24. Mai 1913 in Berlin: Victoria Luise, die einzige Tochter von Kaiser Wilhelm II., heiratete den Hannoveraner Welfenprinzen Ernst August. Es war ein Jubeltag des europäischen Hochadels, der zum letzten Mal vor dem Ersten Weltkrieg zusammenkam. Es war der Schwanengesang einer Epoche.

Turbulente Zeiten waren vorausgegangen. 1866 verlor das Königreich Hannover an der Seite Österreichs den Deutsch-Deutschen Krieg und wurde daraufhin von Preußen annektiert. Die regierenden Welfen mussten ins Exil gehen, ihr Vermögen eingezogen. Das Herzogtum Braunschweig, von einer älteren Linie der Welfen regiert, hatte in dem Krieg an der Seite Preußens gestanden. Allerdings verstarb der letzte Braunschweiger Herzog Wilhelm 1884 erbenlos. Eigentlich hätten die Hannoveraner Verwandten nun das Anrecht auf den dortigen Thron gehabt, doch Preußen installierte lieber eigene Prinzen als Regenten. Die Hohenzollern und die Welfen blieben tief verfeindet.

Erst mit der Vermählung von Victoria Luise und Ernst August gelang eine Versöhnung der dynastischen Familien. Als neues Herzogspaar zogen die beiden im November 1913 unter dem Jubel der Bevölkerung in Braunschweig ein.

Das Landesdirektorium der Provinz Hannover wollte dem Paar ein besonderes Hochzeitsgeschenk machen. Ein Tafelservice geradezu königlichen Ausmaßes sollte es sein, zusammengestellt für 50 Personen und zehn Gänge. Fast 700 Einzelteile wurden dafür in der Porzellanmanufaktur Nymphenburg in München bestellt. Trotzdem die dortigen Porzelliner sich ins Zeug legten, rechtzeitig fertig wurde das Service nicht. Der Aufwand war spektakulär: jeder Teller, jede Platte wurde individuell von Hand bemalt, ein großes Welfenross wurde als Tafelaufsatz eigens von dem Künstler Josef Wackerle neu modelliert.

Erst 1921 konnte das Service geliefert werden – doch da hatte sich die Welt bereits grundlegend verändert. Der Erste Weltkrieg hatte Europa verheert und in Deutschland schließlich zur Revolution geführt. Ernst August musste abdanken und verließ mit Victoria Luise Braunschweig.

Die Ausstellung präsentiert das Service erstmals in großem Umfang der Öffentlichkeit. Die Besucher*innen lernen sowohl das Herzogspaar kennen als auch die spannende Geschichte rund um dieses einmalige Hochzeitsgeschenk. Sie ermöglicht ein Eintauchen in die längst vergangene Welt höfischer Prachtentfaltung, deren Fundamente 1913 aber bereits wackelten.

Eröffnung: Freitag, 20. September 2024, 18 Uhr – Eintritt frei

 

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit der Richard Borek Stiftung, Braunschweig.

Hausgäste

FÜRSTENBERG Pretiosen aus dem Museum August Kestner
21.9.2024 bis 2.3.2025

Das Museum August Kestner in Hannover gehört zu den wichtigsten Museen für angewandte Kunst in Deutschland. In den überaus reichen Sammlungen nimmt der Bestand an FÜRSTENBERG Porzellan einen prominenten Platz ein. Aufgrund von Sanierungsarbeiten und eines großen Bauprojekts für ein neues Sammlungsdepot entschlossen sich die Kolleginnen, verschiedene Teilsammlungen auszulagern. Auf diese Weise bleiben sie während der Bauarbeiten sichtbar und zugänglich.

Daher freuen wir uns sehr, dass die hervorragende FÜRSTENBERG Sammlung des Museum August Kestner bei uns im Weserbergland sozusagen Urlaub macht. Eine Auswahl der schönsten und interessantesten Porzellane ist in einer Kabinettausstellung in der Alten Kapelle zusammengestellt. Darüber hinaus haben sich einige Objekte in unsere Dauerausstellung „eingeschlichen“… Gehen Sie also auf Entdeckungsreise!

Eröffnung: Freitag, 20. September 2024, 18 Uhr – Eintritt frei
Laufzeit: 21. September 2024 bis 2. März 2025

„Rabenvatersorgen“ – Die Weserbergland-Krimireihe

Krimi-Lesung und Autorengespräch im Rahmen des Erlebniswochenendes
Samstag, 21.9.2024, 15.00 bis 15.45 Uhr und 16.00 bis 16.45 Uhr

Emlin Borkschert, 1974 im ostwestfälischen Verl geboren, ist bereits als Jugendlicher Fan von Agatha Christie, was ihn zum Schreiben seiner ersten Kurzgeschichten inspiriert. Ab 1999 lebt und arbeitet er als Banker in Gütersloh, wo er 2004 als Mitbegründer einer Autorengruppe den Grundstein für eigene Whodunit-Krimis legt. Nach einem Umzug in ein Dorf am Rande des Weserberglands in 2007 und einem Jobwechsel schreibt er Ostseekrimis und verarbeitet mit der „Rabenvatersorgen“-Reihe und „Der Fluch von Eddessen“ (im Verlag Jörg Mitzkat erschienen) Land und Leute vor seiner Haustür.
Seit 2019 ist Emlin Borkschert Mitglied im „Syndikat“, einer Organisation zur Förderung deutschsprachiger Kriminalliteratur. Über Literatur und sonstige Themen bloggt er auch auf www.emlin-borkschert.de.

Im 2023 erschienenen „Rabenvatersorgen 2“ verwebt er wie gewohnt aktuelle Themen und menschliche Schicksale zu einem spannenden Fall, den er in Fürstenberg auf unterhaltsame Weise und mit persönlichen Erlebnissen und Anekdoten rund um die Entstehung seiner Krimis gespickt seinem Publikum präsentieren wird. Als Bonbon hat er seine neueste Kurzgeschichte „Kaliumchlorid“ mit im Gepäck, die gerade in der Anthologie zum 1. Krimifestival OWL erschienen ist.

Eintritt:
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Erlebniswochenendes „Ritter, Märchen, Porzellangeschichten“ statt. Lediglich der Eintritt ins Museum ist als Tageskarte zu zahlen (8,50 Euro/ ermäßigt 5,50 Euro).

Platzreservierung:
Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt. Wir freuen uns über eine Voranmeldung: anmeldung@fuerstenberg-schloss.com oder Tel.: 05271 966 778 10
Kurzentschlossene sind herzlich willkommen, sofern es noch freie Plätze gibt!

 

Wie im Märchen

Impro-Figurentheater-Abenteuer für Familien
Sonntag, 22.09.2024 um 11:00 Uhr

Es gibt nur die alt bekannten Märchen aus alten Büchern? Falsch gedacht!

Frisch erfundene Geschichten entstehen auf der Bühne, für die Ihr selbst Ideen liefern könnt. Gespielt von Andy Clapp und Christoph Buchfink mit Figuren, Slapstick und Erzählung.

Welche Geschichte entsteht, lässt sich vorher nie sagen.

Mit Figuren und Puppen aller Art, von der kleinen Fingerpuppe bis zur Klappmaulfigur, erfinden wir neue Märchen, Geschichten im Märchenstil, wie es sie nie zuvor gegeben hat und in ihrer jeweiligen Einmaligkeit auch nicht mehr geben wird. Jede Aufführung ist neu.

Altersempfehlung:
Besonders gut geeignet für Familien mit Kindern von 4-9 Jahren.

Dauer:
ca. 50 Minuten

Eintritt:
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Erlebniswochenendes „Ritter, Märchen, Porzellangeschichten“ statt. Lediglich der Eintritt ins Museum ist zu zahlen (Erwachsene 8,50 Euro/ Kinder 5,50 Euro/ Familienkarte für 2 Erwachsene und bis zu 3 Kindern bis 15 Jahre 20 Euro).

Platzreservierung:
Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt. Wir freuen uns über eine Voranmeldung: anmeldung@fuerstenberg-schloss.com
oder Tel.: 05271 966 778 10

Kurzentschlossene sind herzlich willkommen, sofern es noch freie Plätze gibt!

Termine

Tischlein deck dich! – Ein Streifzug durch die Tischkultur

Öffentliche Familienführung
Sonntag, 22. September, 14-15 Uhr

Entdecken Sie bei einem unterhaltsam geführten Rundgang durch die Dauerausstellung des MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG, wie die Speisen auf opulenten Tafeln im 18. Jahrhundert bei Hofe wie auf einer Bühne in Szene gesetzt wurden, was die Sonntagstafel gut situierter Landwirte ausmachte und wie das wohlhabende Bürgertum des 19. Jahrhunderts Festlichkeit in prächtigem Stil zelebrierte. Welches Geschirr nutzen Gourmet-Restaurants heute? Außerdem geben Beispiele moderner Tischkultur Inspiration, wecken die Freude am gemeinsamen Genießen und machen Mut, dem eigenen Stil zu folgen und das geerbte Familienporzellan neu zu beleben.

Die öffentlichen Sonntagsführungen sind ein kostenfreies Angebot.
Es fällt lediglich der Museumseintritt an.