August der Starke – Obsessiver Sammler oder strategischer Visionär?

Vortrag von Dr. Julia Weber
Dienstag, 1. September 2026, 18 Uhr

"Es ist mit den Orangen wie mit dem Porzellan - wer einmal die Krankheit des einen oder des anderen hat, wird niemals genug bekommen und möchte immer mehr davon."

In diesem vielzitierten Satz Augusts des Starken diagnostiziert der sächsische Kurfürst und polnische König sich scheinbar selbst. Das Kultivieren von Zitrusfrüchten war genau wie das Sammeln ostasiatischen Porzellans ein kostspieliger fürstlicher Zeitvertreib. Heute wird die augusteische Porzellansammlung in den lichtdurchfluteten Galerien des Dresdner Zwingers gezeigt, in denen einst die Zitrusbäumchen überwinterten.

Doch war es wirklich eine krankhafte, ungesteuerte Sucht, die August den Starken antrieb, in Dresden binnen 15 Jahren weit mehr als 27.000 chinesische und japanische Porzellane zu akkumulieren - bis heute der größte Bestand seiner Art außerhalb Asiens? Und welche Rolle spielte dabei das erste europäische Porzellan aus Meissen? Der Vortrag plädiert für eine strategische Sammelleidenschaft - Ansteckung nicht ausgeschlossen.

Dr. Julia Weber, Direktorin der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, spricht über die Sammelleidenschaft des sächsischen Kürfürsten.

Platzreservierung empfohlen: anmeldung@fuerstenberg-schloss.com oder Tel. 05271 966 778-10
Eintritt: 5 Euro