MUT – Die Provinz und das Bauhaus

16.02. – 03.11.2019: MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG als Mitaussteller im Fagus Werk – Alfeld

Das Bauhaus-Jubiläum zieht 2019 an den Hotspots Weimar, Dessau und Berlin alle Augen auf sich. Doch auch jenseits der bekannten Pfade gibt es Außergewöhnliches zu entdecken – und wer hätte gedacht, dass gerade die niedersächsische Provinz ganz entscheidend zur Entstehung des Bauhauses beigetragen hat?

Zusammen mit dem MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG haben sich vier Institutionen aus Südniedersachsen zusammengetan und eine unkonventionelle Ausstellung entwickelt.

Neben MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG sind der PS.Speicher aus Einbeck sowie die Möbelmanufaktur TECTA dabei. Als vierter Teilnehmer und als Veranstaltungsort konnte das UNESCO-Welterbe Fagus-Werk in Alfeld gewonnen werden. Die Ausstellungspartner präsentieren ihren jeweiligen, ganz besonderen Bezug zum Bauhaus:

Fagus-Werk: Der erste selbständige Bau von Walter Gropius (1911), in dem er seine Vorstellungen von moderner Architektur umsetzen konnte.

TECTA: Die Möbelmanufaktur ediert die meisten originalen Bauhaus-Designs und führt diese Gestaltungsmaximen konsequent in die Gegenwart. Ausgangspunkt sind die Kragstuhlmodelle von Marcel Breuer, Mat Stam, Mies van der Rohe und anderen.

P.S. Speicher: Als Museum für individuelle Mobilität stellt es in Alfeld die Entwürfe von Walter Gropius für die Adlerwerke im Fahrrad- und Automobilbau aus.

MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG präsentiert Wilhelm Wagenfelds Entwurfstätigkeit für Fürstenberg rund um seinen funktionalistischen Serviceklassiker Form 639.

Der Titel „MUT – Die Provinz und das Bauhaus“ steht dafür, dass alle präsentierten Unternehmen großen Mut bewiesen haben, sich mit anspruchsvollem und innovativem Design zu befassen. So hätte Gropius Karriere ohne den Gründer des Fagus-Werks einen ganz anderen Verlauf genommen. Doch Carl Benscheidt bewies den Mut, dem jungen Architekten eine Chance zu geben und er glaubte an dessen und die eigene Vision. Gleichermaßen bewies Axel Bruchhäuser größten Mut, das eigene Unternehmen in der DDR in den 1970er Jahren zu verlassen und in Lauenförde ganz neu anzufangen. Die dort übernommene Möbelfabrik wurde von ihm zur Manufaktur für herausragendes Möbeldesign verwandelt. Der PS.Speicher ist als Institution eine mutige Investition des leidenschaftlichen Fahrzeugsammlers Karl-Heinz Rehkopf; gleichfalls zeigten die Adlerwerke ihren Mut in den 1920er Jahren, als sie den Architekt Gropius mit dem Entwurf eines Autos beauftragten. Zuletzt war auch FÜRSTENBERG mutig, das schwach profilierte Sortiment der 1920er und beginnenden 1930er Jahre mit einer konsequent funktionalistischen Formgestaltung von Wilhelm Wagenfeld mit Blick in die Zukunft zu erneuern.

Mit dem kooperativen Konzept der Ausstellung wird nicht nur das Bauhaus Thema in seinen verschiedenen Facetten vermittelt, sondern gleichzeitig gezeigt, was es außer dem UNESCO-Welterbe in der Region noch zu entdecken gibt.

Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 16 Uhr (ab April 10 bis 17 Uhr)